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Marxismus Artikel
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Als Marxismus wird der Inhalt der Schriften von Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) genannt. Die Interpretation der Inhalte, ihre Einordnung, die Gewichtung einzelner Teile ist stark von der philosophischen und politischen Position des jeweiligen Betrachters abhängig.
Das marxistische Geschichtsbild | |
Das kulturelle und geistige Sein einer Gesellschaft wird in letzer Instanz von ihren wirtschaftlichen Grundlagen und Arbeitsweisen bestimmt wird.
Laut Marx ist die Geschichte eine »Geschichte von Klassenkämpfen. Aus einer anfangs [[egalitär|egalitären], klassenlosen Gesellschaft bildet sich durch Überschußproduktion Privateigentum heraus. Dies ist die Voraussetzung für die Enstehung von Klassen. Die antagonistischen Interessenkonflikte zwischen den Klassen äußern sich in dem Klassenkampf. Dieser bildet den Motor für die geschichtliche Entwicklung, die über verschiedene Gesellschaftsformen mit jeweils anderen Produktionsweisen später wieder zu einer klassenlosen (industralisierten) Gesellschaft (Kommunismus) führt.
Das marxistische Geschichtsbild ist ein dialektisches.
Buch-Tipp: Die Russische Revolution 1905 - 1921. Eine wirklich proletarische Revolution? Manfred Hildermeier ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Göttingen. Der Autor erläutert in seinem Buch „Die Russische Revolution 1905-1921", wie und warum es zu der Revolution der Bolschewiki 1917, einer „Premiere" in der Geschich-te, kam und wie diese Machtergreifung... |
Die marxistischen Schlussfolgerungen für die Geschichte | |
Nach marxistischer Ansicht wird das heutige ökonomische System, der Kapitalismus als Wirtschafts- und Herrschaftssystem untergehen, wenn die unterdrückte Klasse, das Proletariat die ökonomische und politische Macht übernimmt. Diese Diktatur des Proletariats, welche die "Diktatur des Kapitals" ablöst ist die Übergangsphase zu dem Kommunismus, der klassenlosen Gesellschaft.
Buch-Tipp: Einführung in den Marxismus Sehr gute "Einführung in den Marxismus" Ernest Mandel's "Einführung in den Marxismus" eröffnet seinem Leser einen höchst interessanten Einblick in die Marxsche Lehre. Der Autor, ehemaliges Führungsmitglied der Vierten Internationale, geht der Aktualität halber auch analytisch auf die Ursachen des Zusammenbruchs des... |
Geschichtliche Auswirkungen des Marxismus | |
Der Marxismus beeinflusste in hohem Maße die Arbeiterbewegung sowie die sozialistische Ideologie, für welche er ein theoretisches Fundament lieferte, aber ebenso die Idee, das bestehende System nicht als "von Gott" oder "der Natur" gegeben hinnehmen zu müssen.
Als Folge darauf entstand zu dem Beispiel der Marxismus-Leninismus, welcher die Überwerfung der herrschenden Klasse in einer Revolution propagierte, sowie dessen Tochterideologien Trotzkismus und Stalinismus, während reformistisch Denkende wie etwa die Sozialdemokratie die Meiung vertrat, das bestehende System durch Reformen verändern zu können.
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Unter Marxismus wird eine politische und/oder wissenschaftliche Theorie verstanden, die sich direkt auf Karl Marx und Friedrich Engels bezieht. Während Marx selbst kein "Marxist" sein wollte, entwickelte sich tatsächlich unter diesem Begriff schon zu seinen Lebzeiten eine diesbezüglich orientierte Gruppierung von Sozialisten und Sozialistinnen, die um die Jahrhundertwende allerdings inhaltlich schon weit auseinander differenziert war. Mit der Russischen Revolution entstanden dann mit dem Marxismus-Leninismus Konzepte politischer Herrschaft, die von vielen als mit der marxschen "Klassenlosen Gesellschaft" als unvereinbar eingeschätzt wurden.
Marx und Engels waren in dem 19. Jahrhundert bedeutende Theoretiker (und Praktiker) der Arbeiterbewegung. Sie sind die Verfasser des "Kommunistischen Manifests", das sie in dem Auftrag des Bundes der Kommunisten 1845 vorlegten. Ihre Arbeit stützten sie philosophisch auf die Dialektik Hegels - dessen philosophischen Idealismus sie allerdings scharf kritisierten und den sie darum "vom Kopf auf die Füße stellten" - und den (undialektischen) Materialismus Feuerbachs.
Buch-Tipp: Karl Marx: Das Kapital. Eine Einführung. Marx begreifen Angeblich wird in den Chefetagen von Banken und Konzernen wieder Marx gelesen. Wenn das stimmt, sollten die Herren zu dem Buch von Michael Berger greifen. Die wichtigsten Texte aus den 3 Tausend Seiten des monumentalen Werks von Marx werden abschnittsweise sorgfältig kommentiert. In einer sehr klaren Sprache werden die häufig schwer verstehbaren... |
Wissenschaftlicher Sozialismus | |
Ihr Bestreben war, den Begriff des "Sozialismus" bzw. "Kommunismus" wissenschaftlich zu fundieren, um sich gegen Ansätze des Frühsozialismus bzw. "Utopischen Sozialismus" abzugrenzen, deren Vertretern sie vorwarfen, sie wollten ihre politischen Utopien direkt in die Tat umsetzen, ohne hinreichende gesellschaftliche Bedingungen vorzufinden. Marx/ Engels sprachen zwar hinsichtlich ihrer Arbeit auch vom "Wissenschaftlichen Sozialismus", verstanden unter dem seinerzeit geläufigen Begriff aber keine dogmatische Lehre, sondern die Analyse der Bewegungsgesetze von Gesellschaftsformationen in Hinblick auf die klassenlose Gesellschaft. Die Grundlage für ihren wissenschaftlichen Sozialismus formulierten sie 1844 in der Schrift "Die Deutsche Ideologie", die auch ihrem eigenen Selbstverständnis dienen sollte und erst 1932 publiziert worden ist. Engels hat allerdings in seinen Spätwerken direkter auf den Wissenschaftlichen Sozialismus Bezug genommen.
Buch-Tipp: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung (theorie.org) Überraschung Nach der Lektüre dieses Buches ist man wirklich baff, wie falsch Marx von den meisten Leuten verstanden wird und wie die (neo-)klassische Ökonomie nun wirklich funktioniert. Dieses Buch sollte Standardwerk für jeden Studenten der VWL oder BWL sein. Es ermöglicht das Durchschauen von Zusammenhängen, die in dem Studium offensichtlich... |
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Wissenschaftstheoretisch ging es seinerzeit wesentlich um zwei Punkte: Erstens galt es, dem in dem 19. Jahrhundert allein geltenden Grundsatz von der Schöpfung der Welt durch Gott eine materialistische Weltsicht gegenüber zu stellen, bei der die Welt aus sich selbst heraus erklärbar ist. In dem Bereich der Naturwissenschaft hat ja - unabhängig von Marx und Engels - gleichzeitig ganz wesentlich Charles Darwin mit seiner Entwicklungsgeschichte der biologischen Arten eine solche Weltsicht durchgesetzt. Zweitens wurde versucht, die Gesellschaftswissenschaften an die Erfolgsgeschichte der Naturwissenschaften anzubinden und die gesellschaftlichen Prozesse theoretisch in dem Gesamtzusammenhang der Welt - als "Totalität" (Hegel) - erfassen zu können; Marx zitiert selbst eine Rezension zustimmend, in der soziale Organismen als der Biologie analoge Erscheinungen für die jeweilige Epoche besprochen werden (nicht ca. der zu Physik und Chemie, wie ältere Ansätze, und ohne die heutige (!) Vorstellung bestimmter Systemtheorie).
Buch-Tipp: Manifest der Kommunistischen Partei. Der wohl aktuellste Klassiker Es ist eines der auflagenstärksten Bücher der Buch-Weltgeschichte. Und unter diesen wohl auch das kürzeste. Und auch das prägnanteste. Jeder Satz kann als Zitatschatz für sich gewertet werde. Dabei haben die benutzten Wörter kaum den Sinnwert unserer Alltagssprache: Marx und Engels sind Sozialwissenschaftler.... |
Geschichte marxistischer Bewegungen/Organisationen | |
Marx und Engels waren intensiv auch in die Entwicklung der internationalen Sozialdemokratie eingebunden, die sich lange als Partei des Marxismus und des Wissenschaftlichen Sozialismus verstand. Hier wurde um die Wende zu dem 20. Jahrhundert herum der Marxismus als theoretisches Lehrgebäude betrachtet, dem allerdings in der Praxis keine Bedeutung zukomme. Vollends verlor der Marxismus seinen wissenschaftlichen Gehalt dann unter Lenin und Stalin bei der Entstehung der Sowjetunion und später den osteuropäischen Satellitenstaaten. Unter Stalin (Über Dialektischen und Historischen Materialismus) pervertierte der Marxismus völlig zu einer Rechtfertigungsdoktrin totalitärer Herrschaft.
Es gab aber auch die Weiterentwicklung des Marxismus in dem Sinne von Marx, durch wissenschaftliche Analyse der sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen. Unter diesen *linken* Vertretern des Marxismus sind Rosa Luxemburg und Antonio Gramsci besonders hervorzuheben.
Während die SPD nachdem 2. Weltkrieg 1959 die letzten Reste marxistischer Anschauung mit ihrem Godesberger Programm ablegte, kam es in der Bundesrepublik durch die Studentenbewegung (68er) zu einer neomarxistischen Renaissance. In dem wesentlichen lassen sich zwei Strömungen erkennen: eine undogmatisch freiheitliche Vorstellung (insbesondere bei Teilen der Jungsozialisten in der SPD und dem Sozialistischen Büro, Offenbach) und einen Block verschiedener marxistisch-leninistischer Gruppen und kleiner Kaderparteien, die sich jeweils einem realsozialistischen Vorbild zuordneten (China, Albanien). Dazu gehörte nachdem Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in der Bundesrepublik deren Nachfolge-Partei Deutsche Kommunistische Partei (DKP; in Westberlin SEW), die sich an der Sowjetunion (UdSSR) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) orientierte.
Aus den verschiedenen marxistischen Strömungen und (zumeist studentischen) Gruppen sind vielfältige wissenschaftliche Arbeiten und spezielle Richtungen marxistischer Wissenschaft hervorgegangen, deren primäres Interesse es häufig war, die "bürgerliche Wissenschaft" zu "entlarven". In vielen Bereichen haben jedoch die Vorstellungen eines kritischen Marxismus heute in dem Alltag und den Wissenschaften Eingang gefunden, ohne dass in Deutschland (nach der Auflösung der DDR) sich spezielle marxistische Wissenschaften als solche erhalten haben.Nach dem Umbruch von 1990 versuchen nun Marxisten in der ganzen Welt, die Fehler des Realsozialismus zu analysieren und damit den Marxismus zu erneuern. Bisher sind folgende wesentliche Fehler analysiert:
1. Der Kapitalismus war nicht weit genug entwickelt, die neue Gesellschaft *im Schoße der Alten* (Marx) nicht genug ausgebildet.
2. Die Revolution erfolgte nicht in den fortgeschrittensten Länder, sondern in dem rückständigen Russische Förderation.
3. Es erfolgte keine Vergesellschaftung der Produktionsmittel (wie von Marx gefordert), sondern ca. eine Verstaatlichung.
4. Die Arbeiterklasse ist wohl nicht in der Lage, die bestehenden Verhältnisse umzustürzen (denn längst hat sie mehr *zu verlieren als ihre Ketten* und zahlenmäßig ist sie stark in dem Schwinden begriffen).
5. Es muss eine revolutionäre Umwälzung stattfinden, was aber nicht gleichbedeutend mit einer Revolution ist.
6. Der Aufbau einer neuen Gesellschaft ist ca. auf demokratischer Grundlage möglich.=== Ökonomisches ===
Eine Hauptschrift des Marxismus ist die dreibändige Arbeit "Das Kapital" von Karl Marx, in der die Bewegungsgesetze der kapitalistischen Produktion analysiert werden, bei der aus in Fabriken investiertem Geld durch die Produktion von "Mehrwert" durch die Arbeiter dann "Kapital" und die Wertform der Ware als ökonomische Zellenform (analog biologischer Körperzelle) in der kapitalistischen Gesellschaft entsteht (s. u.).
Buch-Tipp: Marx & Sons. Die Sprache verspricht sich. Wichtiger Text zu Derridas Utopie bzw. Messianismusbegriff Dieser kleine Band ist unverzichtbar für Leser, die sich für Derridas Begriff des "messianisme sans messie" bzw. für seine Theorie der "Messianizität" (zugleich: promesse et menace) eines jeden Sprechaktes interessiert, die er vor allem in seinem Spätwerk... |
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Philosophisch ist der Marxismus von zwei wesentlichen Begriffen geprägt, von der Dialektik (These > Antithese >> Synthese, bei Hegel) und vom Materialismus. In dem Gegensatz zu einigen der späteren Strömungen sprach Marx ca. von "meiner dialektischen Methode" mit der er seine grundlegenden Analysen bewertete, die durchaus "positivistischen" Charakter haben, wenn er von "objektiver" Erkenntnis spricht. Der Materialismus, der Geschichte ohne Gotteseinfluß erklären will, ist bei ihm Analyse, die dialektisch interpretiert wird. Von "Historischen Materialismus" oder gar von "Dialektischen Materialismus" sprachen Marx und Engels - wenn überhaupt (Engels) - gerade nicht in dem Sinne eines mechanischen Prozesses. <>
Als Hauptthese kann gelten: "Das gesellschaftliche Sein bestimmt das gesellschaftliche Bewußtsein". Der Mensch werde durch seine Umwelt geprägt, je nach dem ob er beispielsweise in einer Gemeinschaft von Sammlern und Jägern, in einer Sklavenhaltergesellschaft, in dem bäuerlichen Absolutismus oder in der bürgerlichen Gesellschaft der beginnenden Industrialisierung Englands lebe. Durch die Prozesse der Arbeit/ Produktion werde die jeweils vorgefundene Umwelt verändert und dadurch verändere sich auch der Mensch selbst wieder usw.
In dieser Anschauung von Dialektik gehört aber zu dem Sein (Basis) auch die soziale und geistige Umwelt, der zugleich konkret (als Überbau) die kulturellen Institutionen (Politik, Recht...) gegenüber stehen. Das ist darum von großer Bedeutung, weil sonst - wäre die Basis ca. bewußtloser Prozeß der Umwelt - die Entwicklung relativ mechanisch und ohne Einflußmöglichkeit durch den Menschen ablaufen würde. Eine solche Interpretation wiederum tendiert dazu, sich in diese Entwicklung politisch abwartend einzufügen (grob gesagt: Sozialdemokratie) oder - beim Interpretationsmonopol durch eine politische Herrschaft - die Entwicklung diktatorisch vorzugeben, was gerade "richtig" zu tun sei (wie durch "die Partei der Arbeiterklasse" z. B. unter Lenin, Stalin).
Die in dem "Kapital" angesprochene "dialektische Methode" ist demgegenüber primär Analyse der Möglichkeit und nicht die Formulierung einer gesetzmäßigen Entwicklung zu dem Sozialismus. In dem Konstrukt "Basis - Überbau" ist die Basis des historischen Prozesses die Arbeit/ Produktion (als Movens) zu der sich der Überbau (zumeist, mehr oder weniger) in dem Widerspruch befindet. Die Auflösung dieses Widerspruchs z. B. zur politischen Herrschaft (auch Kultur, Recht etc.) kann unter bestimmten Umständen, wenn das Neue sich in dem Alten der Basis herausgebildet hat, durch den Klassenkampf realisiert werden. Wenn also z. B. einer bereits entwickelten Industrie, die auf liberale Verhältnisse angewiesen ist, um in eigener Dynamik wachsen zu können, ein absolutistisches Herrschaftsystem auf der Ebene von Befehl und Gehorsam gegenüber stehe, könne sich in dem - an sich permanenten - Klassenkampf (im Widerspruch unterschiedlicher Interessen) eine Entscheidung durch eine Revolution anbahnen (Ende offen: "Sozialismus oder Barbarei").
Buch-Tipp: Marx' Gespenster gegen den Strich Derrida bewährt sich wieder darin, einen Autor gegen den Strich zu lesen. Marx, heillos überfrachtet mit politischen, soziologischen und vielleicht ökonomischen Diskursen wieder dem freien denkenden Blick zu öffnen, ist kein leichtes Unterfangen.
Derrida gelingt dies, indem er das scheinbar Fernste seines Denkens zu seinem Nächsten... |
Historischer Materialismus | |
Im genannten Fall - Übergang vom Feudalismus zur bürgerlichen (Industrie-) Gesellschaft - waren die dialektischen Antipoden (These, Antithese) einerseits Adel und Bauern, andererseits war es aber das liberale Bürgertum, das sich als neue Klasse entwickelte und - zuerst mit Hilfe der Bauern in den Bauernkriegen zu Beginn des 16. JH , in dem 19. JH dann mit Hilfe des Proletariats - seinen Einfluß in dem Staatswesen steigerte und schließlich, als das Bürgertum "im Schoße des Alten" voll entwickelt war, die Fürstenherrschaft ablösen konnte. In dem 16. JH hatte sich - vor allem in den Städten - eine der Kaufmannschaft entstammende - Gruppierung herausgebildet, die über große Gewinne in dem Fernhandel (Fugger, Welser) erste protoindustrielle Fabriken (Manufaktur) einrichten konnte. In dem gleichen Prozeß - als zwei Seiten einer Medaille - entstand eine Gruppe von Fabrik-Arbeitern. Da letztere durch ihre Arbeit mehr Profite erzeugten als der Fabrikherr in diese Produktion investiert hatte, entstand durch diesen "Mehrwert" aus dem eingesetzten Geld dann "Kapital".
Dieser Prozess, der z.B. in England und Holland früher zu dem bürgerlichen Staat unter den politisch weitgehend entmachteten Königshäusern führte, relativiert auch die Vorstellung jener Verlaufsform des Klassenkampfes, dieser sei "immer" unmittelbar mit Leben oder Tod einer der beiden kämpfenden Klassen verbunden, womöglich in der Vorstellung, die unterlegene Klasse solle nach marxistischer Vorstellung durch Tötung ihrer Mitglieder liquidiert werden (analog zur - bürgerlichen - Französischen Revolution). Historisch haben sich viele Kompromissformen ergeben - aber die Klasse des Feudaladels als politische Herrschaft wurde überwunden, selbst dort, wo bis heute ein Königshaus oberste Repräsentanz einer Demokratie ist. In Rußland, im es zur Revolution 1917 kein bezeichnenswertes Proletariat (Fabrik-Arbeiterklasse) als gesellschaftliche Kraft der Demokratie gab, entwickelte sich nach Auffassung einiger linker Kritikerinnen und Kritiker der Kommunismus sowjetischer Prägung als Diktatur einer Parteien-Bürokratie über die später entstehende Arbeiterklasse.
Marx und Engels gingen darum von einer klassenlosen Gesellschaft in dem sich - nach einer Übergangszeit, dem Sozialismus - entwickelnden Kommunismus aus, weil in dem Zuge dieses letzten großen dialektischen Zyklus der proletarischen Revolution alle Menschen frei vom Privateigentum an den Produktionsmitteln seien und zur Assoziation freier gebildeter Individuen würden, die die notwendige Arbeit, die gesellschaftliche Produktion, demokratisch gestalten.
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